Elektronische Gesundheitskarte

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) – was ist das?

Der Gesetzgeber hat die Weichen für die Weiterentwicklung der Krankenversichertenkarte zur elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gestellt. Die eGK bietet Chancen in der Gesundheitsversorgung, viele Menschen sehen ihrer Einführung aber auch mit Skepsis und Sorge entgegen. Aus diesem Grund wollen wir Sie genauer informieren und auf Ihre möglichen Fragen eingehen.

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  1. Was ist die eGK?
  2. Welche Vorteile bringt die eGK für die Versicherten?
  3. Welche Vorteile bringt die eGK für die Krankenversicherungen?
  4. Was sollten Versicherte schon heute beachten?
  5. Welche Informationen sind auf der eGK gespeichert?
  6. Was wird in Zukunft zusätzlich auf der Karte sein?
  7. Sie haben noch weitere Fragen zur eGK?

Was ist die eGK?

  • Die eGK ist der erste Schritt in die breite elektronische Kommunikation im deutschen Gesundheitswesen, in ein deutsches, elektronisches Gesundheitsnetzwerk (sog. Telematikinfrastruktur).
  • Die Karte dient den Versicherten als Ausweis für die elektronische Kommunikation im kommenden Gesundheitsnetzwerk.

Welche Vorteile bringt die eGK für die Versicherten?

  • Die eGK ist ein elektronisches Multifunktionsinstrument, das am Anfang mit wenigen Funktionen beginnt und im weiteren Verlauf mit immer mehr Leistungsmerkmalen ausgestattet werden wird.
    • Von Beginn an dient die eGK als europäische Krankenversichertenkarte, welche in allen Staaten der Europäischen Union und darüber hinaus in Island, Kroatien, Liechtenstein, Norwegen und in der Schweiz gültig ist.
    • Auf der Karte ist ein Foto des Besitzers aufgedruckt. Dies erschwert den Kartenmißbrauch und damit die Veruntreuung von Versichertengeldern. Dies kommt dem Gesundheitswesen und damit am Ende Ihnen als Beitragszahler zugute.
  • Wenn das deutsche Gesundheitsnetzwerk startet und ausgebaut wird, kommen folgende weiteren Leistungsmerkmale für die Versicherten hinzu:
    • Auf der eGK können, wenn Sie dies möchten, wichtige Daten für den Notfall gespeichert werden. So weiß dann z. B. der Notarzt, ob und wenn ja, welche Medikamentenallergien bei Ihnen vorliegen.
    • Sie können auf der Karte speichern, ob Sie Organspender sind und/oder, ob Sie eine Patientenverfügung hinterlegt haben. Damit ist Ihr Wille auch für behandelnde Ärzte oder Angehörige einfach und klar erkennbar.
    • Sollten Sie ins Krankenhaus müssen, können sich dank der eGK Ihr Hausarzt, das Krankenhaus und Ihr Rehatherapeut über das Gesundheitsnetzwerk – Ihr Einverständniss vorausgesetzt – schnell über Ihren Fall elektronisch austauschen, so dass alle Involvierten sofort wissen, wie es Ihnen geht und was als nächstes zu tun ist.
    • Ihr Hausarzt kann sich über das Gesundheitsnetzwerk sicher und schnell mit einem Fachkollegen über Sie und Ihren speziellen Fall beraten, um Ihnen immer den bestmöglichen medizinischen Rat geben zu können.

Welche Vorteile bringt die eGK für die Krankenversicherungen?

  • Auch für die Krankenversicherungen ist die eGK ein elektronisches Multifunktionsinstrument. Aber auch hier beginnt das am Anfang mit wenigen Funktionen und wird im weiteren Verlauf um immer neue Leistungsmerkmale ergänzt.
    • Auf der Karte ist ein Foto des Besitzers aufgedruckt. Dies erschwert den Kartenmißbrauch und damit die Veruntreuung von Versichertengeldern.
  • Wenn das deutsche Gesundheitsnetzwerk startet und ausgebaut wird, kommen folgende weiteren Leistungsmerkmale für die Krankenversicherungen hinzu:
    • Das Gesundheitsnetzwerk wird es ermöglichen, auf der Karte Versicherungsdaten, wie z. B. Ihre Adresse oder Ihren Versicherungstatus zu ändern, wenn sich bei Ihnen etwas ändert. Heute muss dazu jedes Mal eine neue Karte gefertigt und Ihnen zugeschickt werden. Die eGK spart damit Geld und Rohstoffe ein.
    • Die eGK soll ein wesentlicher Baustein sein, um die Kommunikation zwischen allen Beteiligten im Gesundheitswesen einfacher, sicherer und effizienter zu gestalten, als bisher. Dies bringt großes Potential für Qualitätsverbesserungen und Kosteneinsparungen im Gesundheitssystem mit sich. Z. B. dadurch, das Doppeluntersuchungen verringert werden. Das entlastet die Krankenversicherungen und damit alle Beitragszahler.
    • Das Gesundheitsnetzwerk wird so aufgebaut sein, dass es in Zukunft auch andere Verwaltungsdaten elektronisch zwischen den Beteiligten im Gesundheitswesen austauschen kann. Das kann viele Verwaltungsakte im Gesundheitswesen schneller und effizienter machen und damit Geld sparen.

Was sollten Versicherte schon heute beachten?

  • Nicht jeder Arzt in Deutschland wird von Anfang an das notwendige Lesegerät für die eGK haben. Das Geld für die Anschaffung und Installation bekommt er von allen Krankenversicherungen gemeinsam.
  • Die eGK ist der Anfang. Noch existiert das deutsche elektronische Gesundheitsnetzwerk erst in den Planungen. Die Karte und die speziellen Lesegeräte für den Arzt sind aber der erste Schritt, der notwenig zur Realisation ist. Im Laufe der nächsten Jahre wird das Gesundheitsnetzwerk Schritt für Schritt ausgebaut. Dann kommen neue elektronische Funktionen wie z. B. hochsicherer E-Mailaustausch zwischen behandelnden Ärzten, Hilfsmittel zur Abstimmung zwischen z. B. Hausarzt, Krankenhaus und Reha-Einrichtung, damit Sie dort nahtlos weiterbehandelt werden können.
  • Der Arzt bekommt demnächst auch eine Art eigene eGK – genannt Heilberufeausweis (HBA). Dieser ist das Gegenstück zur eGK für Versicherte und weist den Arzt im kommenden Gesundheitsnetzwerk sicher als behandelnden Arzt aus.
  • Das deutsche Projekt zur Telematikinfrastruktur, also dem Gesundheitsnetzwerk und damit der eGK, wird international als vorbildlich angesehen, was Konzepte zu Datenschutz und Datensicherheit angeht. Durch den sehr transparenten, diskutiven Prozess, in dem die gesamte Infrastruktur geschaffen wird, hat sich das Projekt zwar einerseits stark verzögert, es sind aber andererseits alle Meinungen gehört worden und viele Beteiligte konnten Ihre Ideen und Erfahrungen einbringen, um das Verfahren für Sie sehr sicher zu machen.

Welche Informationen sind auf der eGK gespeichert?

  • Auf der eGK sind die sogenannten Versichertenstammdaten gespeichert, die beispielsweise beim Arztbesuch in der Praxis oder im Krankenhaus eingelesen werden. Damit weist sich der Patient als Versicherter einer Krankenkasse aus. Der behandelnde Arzt kann mit diesen administrativen Daten die erbrachten Leistungen überhaupt erst abrechnen. Die administrativen Versichertenstammdaten der Versicherten sind bereits heute auf der existierenden Krankenversichertenkarte (KVK) gespeichert. Im Einzelnen sind dies der Name, das Geburtsdatum, die Anschrift, die Krankenversicherten­nummer und der Versichertenstatus ─ sowie ergänzend ggf. Informationen z.B. zum Zuzahlungsstatus.
  • Auf der Rückseite der eGK ist für alle gesetzlich Versicherten als Sichtausweis die Europäische Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card – EHIC) aufgebracht. Mit der EHIC können Versicherte, die im europäischen Ausland unterwegs sind, schnell und unbürokratisch medizinische Hilfe erhalten, ohne dass sie die früher dafür üblichen Vordrucke ihrer Krankenversicherung benötigen. Die EHIC ist in allen Staaten der Europäischen Union und darüber hinaus in Island, Kroatien, Liechtenstein, Norwegen und in der Schweiz gültig.
  • Auf der Karte befindert sich ein Foto der versicherten Person. Dies beugt Mißbrauch vor.
  • Außerdem verfügt die Karte über einen elektronischen Schlüssel, der es möglich macht, mit der Karte hochsicher Informationen auf elektronischem Wege auszutauschen.

Was wird in Zukunft zusätzlich auf der Karte sein?

  • In Zukunft sollen Versicherte zusammen mit ihrem Arzt einen Satz von Notfalldaten eintragen können. Es handelt sich hierbei um wichtige Informationen zur Person, sollte diese einmal wegen eines Notfalls behandelt werden müssen und selber keine Auskunft geben können ─ z. B. bestimmte Medikamentenallergien oder wichtige chronische Erkrankungen.
  • Ferner soll die eGK künftig Hinweise auf eine Patientenverfügung und einen Organspendeausweis, so vorhanden, enthalten.

Sie haben noch weitere Fragen zur eGK?

Unsere Mitarbeiter an der kostenfreien Servicehotline für die elektronische Gesundheitskarte erreichen Sie unter: 0800/6648808.

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