2. PNI-Kongress in Innsbruck

Interview mit dem Veranstalter Prof. Christian Schubert

Vom 14. bis 16. September 2018 findet der 2. Psychoneuroimmunologie-Kongress in Innsbruck statt.

Die Psychoneuroimmunologie (kurz: PNI) ist ein modernes und faszinierendes Forschungsgebiet, das die Wechselwirkungen zwischen Psyche, Nerven-, Hormon- und Immunsystem untersucht. Das Zusammenspiel dieser Netzwerke entscheidet darüber, ob ein Mensch gesund bleibt oder krank wird, sich vital oder erschöpft fühlt, langsam oder schnell altert.

 

Herr Prof. Schubert, was zeichnet den PNI-Kongress in Innsbruck aus?

Unsere Veranstaltung ist Teil der fortlaufenden Kongressreihe „Psychoneuroimmunologie im Lauf des Lebens – Wege zu einer neuen Medizin“. Es geht um eine neue, ganzheitliche Medizin im Sinne des „Biopsychosozialen Paradigmas“. Die Zeit ist gekommen, von der Maschinenmedizin Abstand zu nehmen und einer Präventivmedizin den Weg zu ebnen. Diese ist im Gegensatz zur Reparaturmedizin ganzheitlich orientiert, die PNI ist ihr empirischer Vertreter.

Insgesamt sprechen 32 verschiedene Referenten auf dem diesjährigen PNI-Kongress. Gibt es eine/n Vortragende/n, die/der dieses Jahr erstmals dabei ist und auf die/den Sie sich besonders freuen?

Ein Großteil der Referenten ist beim diesjährigen Kongress das erste Mal dabei. Jeder Vortragende ist handverlesen und hat einen besonderen Stellenwert. Es werden viele verschiedene Medizinperspektiven, von klassischer Psychoneuroimmunologie, über die Psychotherapie und Traumwissenschaft, bis hin zur Kunst vorgestellt. Ich tue mich schwer, hier jemanden hervorzuheben.

Was sind die „Highlights“ des diesjährigen PNI-Kongresses?

Ein Highlight ist sicherlich die Verbindung von Kunst und Wissenschaft. Ein Vortrag wird sich z.B. damit auseinandersetzen, wie sich akustische Außeneinflüsse auf den Fetus während der Schwangerschaft auswirken und wie diese weiter sein postnatales Musikerleben beeinflussen. Der Vortragende selbst wird dazu am Abend mit seiner Band eine musikalische Aufführung für die Gäste machen. So erfahren diese mit Hilfe von experimenteller Noise-Musik, wie man sich die intrauterine Klangkulisse vorstellen kann. Darauf bin ich sehr gespannt, da geht für mich ein kleiner Traum in Erfüllung.

Was ist das diesjährige Schwerpunktthema und warum?

„Das Unsichtbare hinter dem Sichtbaren“ heißt das Thema des diesjährigen Kongresses. Wir sind davon überzeugt, dass die Beachtung des „Sichtbaren“ allein in der Medizin zu wenig ist, um die ärztliche Tätigkeit erfolgreich ausüben zu können. Unsichtbare Prozesse, die mit dem Unbewussten zusammenhängen und auf frühen Beziehungskonflikten basieren, müssen in der medizinischen Diagnostik und Behandlung in Zukunft mit berücksichtigt werden. So etwas kann man lernen.

Wie viele Anmeldungen gibt es bereits?

Wir freuen uns auf rund 450 Teilnehmer – und es sind noch einige Restplätze vorhanden.

Nach dem ersten, sehr erfolgreichen PNI-Kongress steht nun der zweite Kongress kurz bevor. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Wir haben auf den Kongress zwei Jahre hingearbeitet. Am meisten freue ich mich, mit dem Publikum in Kontakt zu treten. Der Kongress wird von Moderatoren begleitet, und es wird viel Zeit für spannende Diskussionen sein. Ich möchte, dass die Teilnehmer nicht mit dem Gefühl nach Hause gehen, zum x-ten Mal einen Kongress besucht zu haben, der mehr zum Verkaufsstand der Industrie mutiert ist. Sondern wir möchten Ihnen eine Veranstaltung bieten, auf der man wirklich bemüht ist, die Medizin wieder dorthin zurückzuführen, wo sie eigentlich hingehört: zum Menschen mit seiner subjektiven Lebens- und manchmal auch Leidensrealität.

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