Die ökologischen und ethischen Aspekte unserer Ernährung

In der heutigen Zeit, in der in den westlichen Ländern Nahrung im Überfluss vorhanden ist, jedoch anderswo ein Problem darstellt, sollten wir uns klar machen, ob dies der richtige Zustand für eine gute und gesunde Zukunft ist. Wir wissen alle, dass unser Konsumverhalten den Markt bestimmt – wir sind nun an einem Punkt angekommen, an welchem Fleisch und andere tierische Lebensmittel als selbstverständlich gelten und im Übermaß produziert werden. Da aber andere Zivilisationen unter den Folgen leiden, stellt sich doch die Frage, ob nun nicht ein Umdenken unseres Essverhaltens erforderlich ist. Es sind auch nicht nur andere Völker, die durch dieses entstandene System der „Massentierhaltung“ leiden, sondern auch die Tiere und unser Ökosystem. Die Fakten liegen klar auf der Hand und bringen einen zum Nachdenken – sie sind erschreckend und doch nachvollziehbar, wenn man sich mit der Massentierhatung tiefer beschäftigt und auseinandersetzt. Lassen Sie uns einen Blick auf sie werfen:

Regenwaldabholzung für die Massentierhaltung und ihre Folgen

Laut der Internetseite „regenwald.org“, die sich um den Schutz des Regenwaldes bemüht, stehen 80 Prozent der Regenwald-Abholzung im Zusammenhang mit dem Gen-Soja-Anbau als Mastfutter für die Massentierhaltung. Die restlichen 20 Prozent werden wie folgt aufgeteilt: 10 Prozent  Agrartreibstoffe, neun Prozent Margarine-Herstellung und etwa ein Prozent andere Sojalebensmittel wie Tofu, Sojamilch etc. Das „Mastfutter“ wird natürlich auch hier in Deutschland genutzt, denn mehr als 80 Prozent des importierten Sojas kommt aus Südamerika. Alleine diese Tatsache ist erschreckend: Der Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten so derart gestiegen ist, dass alleine 80 Prozent der Regenwaldabholzung auf die Massentierhaltung zurückzuführen sind.

Es hat natürlich auch weitere Folgen, wenn der Regenwald in dem Maße abgeholzt und in dem Maße Gensoja angepflanzt wird, wie zum jetzigen Zeitpunkt. Zum einen wird die sogenannte „Grüne Lunge“ unserer Erde beschädigt, was sich negativ auf den Klimawandel auswirkt, was den Klimawandel beschleunigt und zum anderen einen erhöhten Verlust der Artenvielfalt unserer Natur bedeutet. Hinzu kommt, dass die Menschen, der Boden und die Gewässer ebenso von den Soja-Plantagen betroffen sind. Denn auf den Feldern werden massenweise starke Schädlingsbekämpfungsmittel versprüht, die unsere Flüsse, Fische und Erde aber auch viele Menschen in der Umgebung vergiften. An diesem Punkt sagt uns unsere Vernunft schon, dass diese Zustände nicht einhergehen mit dem, was ethisch und ökologisch korrekt wäre. Doch leider ist dies nur die Spitze des Eisbergs.

Millionen von Kleinbauern aus Brasilien, Argentinien, Paraguay, Bolivien und Uruguay, darunter auch viele indigene Völker, verlieren ihr Land, ihr Einkommen und ihre Unabhängigkeit. Aufstände, Demonstrationen und viele andere Versuche, sich zu wehren, sind bisher gescheitert. Dies geschieht, weil einerseits die Medien kaum darüber berichten, andererseits aber auch, weil die riesigen Konzerne so derart viel Einfluss haben, dass die Landübernahme und Abholzung eben durchgesetzt werden. Wir erfahren kaum etwas über all diese Geschehnisse und Auswirkungen. Daher wird genauso weiter konsumiert und produziert wie bisher. Das hat Folgen wie zum Beispiel, dass laut  dem Reportage-Magazin GEO schon jetzt 70 Prozent aller Agrarflächen auf der Erde für die Massentierhaltung, also für Futterproduktion und Viehweiden/ Viehanlagen genutzt werden. Der Trend ist steigend: die globale Fleischproduktion ist z.B. von 1961 bis 2000 alleine um mehr als 350 Prozent gestiegen und zwischen 1990 und 2006 hat sich der Flächenanbau von Soja im Amazonasgebiet vervierfacht.

Umdenken

Ein Umdenken ist also genauso erforderlich wie ein Bewusstwerden der Missstände und ihrer Folgen. Denn wie können wir das alles auf unseren Schultern tragen? Wie können wir diese Missstände weiterhin so mit unserem Konsumverhalten unterstützen und das alles mit unserem Gewissen vereinbaren? Sollten wir nicht sowohl aus gesundheitlichen Aspekten, als auch aus ethischen und ökologischen Aspekten heraus unseren Konsum von tierischen Lebensmitteln überdenken? Im Folgenden werden wir nun erläutern, weshalb weitere Missstände, wie zum Beispiel der hohe Energieverbrauch der Massentierhaltung und die damit zusammenhängende Welthungersnot diesen Schluss nahelegen.

Klima, Welthungersnot und andere Missstände der Massentierhaltung

Schauen wir uns das doch mal genauer an: Massentierhaltung verbraucht enorm viel Energie für Fütterung und Haltung, Transport, Schlachtung, Weiterverarbeitung und schließlich für die Kühlung der Fleischwaren, die sich wiederum auf unsere Klimabilanz auswirkt. Ein im Jahr 2006 veröffentlichter Bericht der UN Welternährungsorganisation (FAO) besagt, dass die Tierwirtschaft Hauptverursacher der schlimmsten Umweltprobleme unserer Zeit ist, einschließlich des Klimawandels, da neben Ammoniak noch die drei klimarelevantesten Treibhausgase Kohlenstoffdioxid, Methan und Stickoxid in unvorstellbar großer Menge erzeugt werden. Die gezüchteten Tiere der Agrarindustrie produzieren allein in den USA 130-mal so viel Kot wie deren gesamte Bevölkerung. Das sind 40.000 Kilogramm pro Sekunde.

Weiterhin wurde die allgemeine Klimarelevanz von Lebensmitteln 2007 vom Öko-Institut Freiburg getestet. Das Ergebnis ist, dass Butter am klimaschädlichsten ist. Danach folgt die Herstellung von einem Kilogramm (Bio-)Rindfleisch, welches laut dieser Studie 90-mal belastender fürs Klima als ein Kilogramm konventionelles Gemüse ist. Die pflanzlichen Produkte haben alle eine weitaus bessere CO2-Bilanz im Gegensatz zu den tierischen. Hinzu kommt, dass das Verfüttern von Lebensmitteln zur Fleischproduktion eine Verschwendung ist. Das lässt sich an folgendem kleinen Beispiel sehr einfach verdeutlichen: Mit 8 Kilogramm Weizen können zehn Menschen pro Tag versorgt werden. Ebenso benötigt man acht Kilogramm Weizen, um 500 Gramm Fleisch (zwei Steaks) zu produzieren. Jetzt wird klar, dass dies nicht der richtige Weg sein kann.

Doch auch die Missstände in der Massentierhaltung geben zu denken: Beispielsweise sind männliche Küken in der Eierproduktion unwirtschaftlich und werden daher bei lebendigem Leib vergast oder geschreddert. Alleine in Deutschland sind das 50.000.000 pro Jahr. Doch auch andere Methoden, wie das Schnabelkürzen bei Küken, das Kastrieren der Ferkel und das Ausbrennen der Hornansätze bei Kühen, welche aus Kostengründen unbetäubt durchgeführt werden, bedeuten viel Qual für die Tiere. Weiterhin entstehen durch die Massentierhaltung auch unzählige Entzündungen.

Was tun?

Erst in den letzten Jahren berichten die Medien über solche Hintergründe und Missstände, wobei immer noch vieles von den Konzernen vertuscht oder unter Verschluss gehalten wird. Doch inzwischen haben wir hier im Westen die Möglichkeit, uns gut zu informieren und unseren Verbrauch selbst zu bestimmen. Unser Konsumverhalten bestimmt den Markt, das sollten wir uns mehr ins Bewusstsein rufen. Man kann sich aus gesundheitlichen, ethischen oder ökologischen Gründen für eine pflanzliche Ernährung entscheiden. Jedoch muss sich niemand gleich für diesen Schritt entscheiden, wenn es ihm nicht entspricht. Denn schon alleine ein bewussterer Umgang unseres Essverhaltens kann dazu führen, dass sich der Zustand der Welt positiv verändert: Fangen Sie damit an, einfach weniger Fisch, Fleisch und Milchprodukte zu sich nehmen- dafür mehr Pflanzliches. Informieren Sie sich und achten Sie mehr darauf wo die Produkte herkommen. Für jeden Einzelnen und seine Gesundheit ist es ganz wichtig, sich ausgewogener und bewusster zu ernähren, doch es bedeutet auch viel für die Welt.

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